Montag, 12. Januar 2009

geschenke umtauschen

In den meisten Fällen wird die Rückgabefrist inzwischen abgelaufen sein. Besonders bedauerlich dürfte das bei zwei Geschenken sein: einem Postbank-Sparbuch (Werbesolgan: "Unterm Strich zähl ich") und dem neuen Buch von Friedrich Merz ("Mehr Kapitalismus wagen"). Die für diese Produkte Verantwortlichen haben offensichlich die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Oder wollen sie damit ganz bewusst in einen Nischenmarkt vordringen, den sich kein anderer mehr zu bedienen wagt?

Das Sparbuch war dabei noch die bessere Wahl, denn das dürfte sich ohne Gebühren (vorsichtshalber mal im Kleingedruckten gucken!) schließen und den Inhalt zu einer vernünftigen Bank überweisen lassen. Für die Merz-Ergüsse bekommt man dagegen selbst beim Online-Händler nur noch um die 14 von 20 Euro - abzüglich Gebühren.

mundraub, mogelpackung und mieter des jahres

Appetit auf einen Weihnachtsstollen hat dafür gesorgt, dass im vergangenen Jahr der bislang größte deutsche Datenskandal ans Licht kam. Weil diese wahre Geschichte selbst "die skurrilste Komödie übertrumpfen kann", will ich sie in diesem besinnlichen Jahresrückblick zumindest verlinken.

Nachlesen sollte man diese Geschichte aber besser zum Schluss, denn die beiden anderen Schmankerl sind weniger gut geeignet für einen humvorvollen Start ins neue Jahr. Sie trüben eher die ohnehin schon nicht allzu rosigen Aussichten.

Nach den vielen vermeintlichen Rettungspaketen für die Banken wurde kurz vor Weihnachten noch eins geschnürt: das Schulstarterpaket. Das neue Familienleistungsgesetz soll für mehr Geld in den Taschen von Eltern sorgen. Tut es auch, allerdings wie das Elterngeld vor allem bei Gutverdienern. Und so heißt es auch hierzu passend...

"[D]ie Logik, nach der verteilt wird, lautet: Wer hat, dem wird gegeben."

Ein Umdenken ist auch in einem anderen Politik(!)feld zu wünschen, das sich selbst so gern als seriös, wissenschaftlich und unabhängig darstellt - es sei denn, es gilt Verluste zu sozialisieren. Offenbar besteht da für das neue Jahr nur in Teilen Hoffnung. Manchen lernen es offenbar nie. Bestes Beispiel dafür ist die WestLB in ihrer Rolle als Mieter des Jahres (bzw. der Jahre 2010 bis 2024). Trotz immer neuer Milliarden-Abschreibungen und nötiger staatlicher Garantien sollen es demnächst die obersten drei Etagen des neuen World Trade Centers in New York sein. Kostenpunkt: 800.000 Euro pro Monat.

Was immer geht, ist Galgenhumor. Den beweist der eine Teil von Badesalz in einem Interview zur hessischen Landtagswahl am Sonntag - ein netter Abschluss, wenn man nun doch schon die Geschichte mit dem Weihnachtsstollen gelesen hat.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

BILDblog für (fast) alle!

Das nenne ich mal eine gelungene Adventsaktion! Seit mehr als vier Jahren schauen die BILDblogger der BILD auf die Finger: "Wir machen tagesaktuell sachliche Fehler, Sinnentstellendes und bewusst Irreführendes in der aktuellen Berichterstattung von Europas größter Tageszeitung ebenso öffentlich wie Persönlichkeitsrechtsverletzungen und andere journalistische Unzulänglichkeiten."

Und davon gibt es bei der BILD allerhand! Aber eben nicht nur dort.

Deswegen gibt es nun auch sachdienliche Hinweise zu anderen Medien wie beispielsweise auch dem oft hoch gelobten SPIEGEL und SPIEGEL online...

Freitag, 21. November 2008

dreistheit(en) der woche

Es ist kein ganz neues Phänomen, aber ab und an ist man dann doch überrascht. So auch bei Bert Rürup, der "vom Regierungsberater zum Versicherungsverkäufer" oder deutlicher vom einflussreichen Staatsdiener zum Lobbyisten der Finanzindustrie (siehe auch "Let's make money") wird.

Gut, dachte ich: Damit hat sich jemand für die Rubrik "Dreistheit der Woche" gefunden. Und dann kam heute auch noch der Schäuble... Er setzt der ganzen politischen Woche noch die Krone auf (wenn man mal den Köhler Horst außen vor lässt, der als Staatsoberhaupt NOCH Immunität in der o. g. Rubrik genießt).

Der Bundesinnenminister (wer sonst?) hat sich ein Gesetz gezimmert ("BKA-Gesetz" genannt und für den "Anti-Terror-Kampf" gedacht), das verfassungsrechtlich schwer bedenklich ist. Es sieht unter anderem vor, dass unter anderem (!) auch ohne richterliche Erlaubnis Online-Durchsuchungen möglich sind und Journalisten und Ärzten das Zeugnisverweigerungsrecht entzogen werden kann.

Nun gibt es überraschenderweise doch noch Widerstand. Das Gesetz droht im Bundesrat zu scheitern. Um sein Werk zu retten, will Schäuble nun die Abstimmungsregeln im Bundesrat ändern lassen. Enthaltungen sollen nicht mehr als Gegenstimme gewertet werden. Sehr treffend die Reaktion der Grünen: "Dieser Minister hat entweder die Demokratie nicht verstanden, oder er will sie abschaffen. In beiden Fällen ist er als Innenminister untragbar."

Freitag, 14. November 2008

ciao gerechtigkeit!

Sieben Jahre liegen die gewaltsamen Ausschreitungen rund um den G8-Gipfel in Genua zurück, bei dem ein Demonstrant getötet und hunderte verletzt wurden. Heute fielen die Urteile gegen angeklagte Polizisten - die ranghöchsten wurden freigesprochen.

Dabei ist offensichtlich, dass es neben einigen Chaoten auf der einen, auch zahlreiche auf der anderen Seite gab, die doch eigentlich für Recht und Ordnung sorgen sollte. Die Dokumentation "Die Story - Gipfelstürmer" (WDR, 24. Juli 2002), ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis, hat mein Weltbild vor einiger Zeit erschüttert. Die milden Urteile bestätigen das.

Donnerstag, 13. November 2008

auf eine strahlende zukunft

20 Millionen Euro hat allein der Polizeischutz für den jüngsten Castor-Transport gekostet. Und der ging nicht etwa in ein Endlager für Atommüll, denn davon gibt es noch gar keins, sondern in das "Zwischenlager" Gorleben. Es wird also weitere Transporte á 20 Millionen Euro geben und zwar einige.

Fürs gleiche (kleine) Geld soll es bald ein ganzes Atomkraftwerk geben. "Hyperion" soll 25 Millionen US-Dollar kosten, nur wenige Meter groß sein und könnte unter der Erde verbuddelt werden, um von dort aus 10.000 (US-)Haushalte mit Wärme und Strom zu versorgen. In fünf Jahren soll die Produktion beginnen.

Faszinierend finden es die einen, unglaublich die anderen. Immerhin stellt der SPIEGEL am Ende die Frage, die eigentlich hätte am Anfang stehen sollen - nicht nur bei diesem Artikel, sondern bei der Atomenergie selbst: "Wohin mit dem Atommüll?"

Dienstag, 4. November 2008

Die fantastischen Vier

Sie haben es geschafft: der Jürgen, die Dagi, die Carmen und die Silke. Ypsilanti, vom Lügenblatt B*** auch gern mal Lügilanti genannt, ist am Ende. Und mit ihr das noch gar nicht begonnene rot-grün-rote Experiment, vor dem sie alle so große Angst hatten - ganz besonders die vier, die kaum noch ein Auge zubekommen haben und offenbar auch keinen klaren Gedanken mehr fassen konnten.

Denn was haben uns die fantastischen Vier mit ihrer finalen Attacke einen Tag vor Ultimo beschert? Die fortgesetzte Geschäftsführung von Roland K., na wunderbar!

Ich hoffe Jürgen, Dagi, Carmen und Silke haben ein Einsehen (oder ihre Unterbezirke) und verlassen die SPD. Der Jürgen kann sich dann endlich als selbständiger Unternehmer ohne den lästigen Partei-, Fraktions- und Einkünfteoffenlegungszwang auf sein wichtigstes "politisches" Projekt konzentrieren: den Ausbau des Frankfurter Flughafens.

Auf dass auf den neuen riesigen Rollbahnen in zehn, fünzehn Jahren eh kaum noch ein Flieger startet, weil das Kerosin unbezahlbar ist und die Menschen endlich verstanden haben, dass ein Umdenken nötig ist - bis auf den Jürgen und seine Freundinnen.