Pünktlich zum nächsten Streik hat die Bahn in halbseitigen Anzeigen (Was die wohl so kosten?) "das beste Angebot, das wir machen können" beworben. Es ist der schmerzfreie Versuch, der Gewerkschaft den schwarzen Peter zuzuschieben, auch als "Volksverblödung und Psychoterror" bezeichnet.
Den "lieben Lokführerinnen und Lokführern" werden bis zu zehn Prozent mehr Gehalt, 2000 Euro Einmalzahlung und ein eigener Tarifvertrag geboten. Verschwiegen wird, wie auch die Berliner Zeitung berichtet, dass damit lediglich ein altes Angebot aufgewärmt wird. Im Juli waren 4,5% mehr Gehalt und eine Einmalzahlung von 600 Euro vereinbart worden.
Die noch zum "neuen" Angebot fehlenden 5,5% und 1400 Euro stammen aus folgender Milchmädchenrechnung: 5,5% mehr gibt es für rund ebenso viel Mehrarbeit (zwei Stunden pro Woche), also in der Summe eine gleichbleibende Bezahlung. Mit 1400 Euro werden bereits geleistete (!) Überstunden bezahlt. Und der "eigene Tarifvertrag" ist aus Sicht der Gewerkschaft keiner, weil er sie zukünftig an die anderen Gewerkschaften bindet.
Die Krönung des Paradebeispiels für das, was derzeit als professionelle Unternehmenskommunikation gilt, liegt einige Tage zurück. Es war die inszenierte Aufregung um die Kur des GDL-Vorsitzenden, die er bereits mehrfach verschoben hatte. Die Bahn behauptete trotz der Stellungnahme des Stellvertreters dreist, dass sie nun nicht mehr wisse, an wen sie sich bei der Gewerkschaft zu wenden habe.
Den Gegner im Tarifstreit möglichst schlecht aussehen lassen, sich selbst ins rechte Licht rücken, gönnerhaft großzügig und gleichzeitig als armes Opfer mit Millionenverlusten (bei einem Vorjahresgewinn von 2,5 Milliarden Euro) darstellen - so wird´s gemacht, wenn der Kuchenrest mal wieder umkämpft werden muss.
Montag, 29. Oktober 2007
Montag, 22. Oktober 2007
Donnerstag, 27. September 2007
deal!
Und was für einer: vor allem für Manfred Kanther! Der ehemalige Innenminister (!) darf mit der nun abgewendeten Bewährungsstrafe seine Politikerpension kassieren, nachdem er auch in Sachen Schwarzgeld viel Geschick bewiesen hatte.
Noch besser waren allerdings seine Anwälte. Denn gegen die Zahlung einer Geldstrafe wurde das Verfahren gegen ihn wohl endgültig eingestellt. Sogar beim ZDF fragt man sich wegen der vielen Einstellungen gegen Geldstrafe für Prominente: "Wird der Rechtsstaat zur Farce?"
Wir erinnern uns: 1999 waren nach und nach rund 20 Millionen D-Mark in verschiedenen CDU-Kassen aufgetaucht. Ganz vorne beim Kassieren mit dabei war damals Roland Koch, dessen Werbekampagne für ein Buch mit "Spenden" unterstützt wurde - damals war er hessischer CDU-Spitzenkandidat. Jetzt ist er es schon wieder.
Noch besser waren allerdings seine Anwälte. Denn gegen die Zahlung einer Geldstrafe wurde das Verfahren gegen ihn wohl endgültig eingestellt. Sogar beim ZDF fragt man sich wegen der vielen Einstellungen gegen Geldstrafe für Prominente: "Wird der Rechtsstaat zur Farce?"
Wir erinnern uns: 1999 waren nach und nach rund 20 Millionen D-Mark in verschiedenen CDU-Kassen aufgetaucht. Ganz vorne beim Kassieren mit dabei war damals Roland Koch, dessen Werbekampagne für ein Buch mit "Spenden" unterstützt wurde - damals war er hessischer CDU-Spitzenkandidat. Jetzt ist er es schon wieder.
Montag, 24. September 2007
niemand hat die absicht...
Grüne im Bundestag (in etwa):
"Bahnchef Mehdorn, wissen Sie von Planspielen einer Netzverkleinerung von mehreren tausend Kilometern?"
Bahnchef Mehdorn (vermutlich hoch droben am Schreibtisch im Bahn-Tower sitzend):
"Nein."
SPIEGEL online (stark komprimiert*):
"Oh, doch!"
* etwas ausführlicher:
Im streng vertraulichen Gutachten zur Börsenfähigkeit der Bahn wurde demnach durchgerechnet, was der Abbau von 14.000 Kilometern (von insgesamt 34.000) Schiene bringen würde. Erinnert einen irgendwie an alte Zeiten...
"Bahnchef Mehdorn, wissen Sie von Planspielen einer Netzverkleinerung von mehreren tausend Kilometern?"
Bahnchef Mehdorn (vermutlich hoch droben am Schreibtisch im Bahn-Tower sitzend):
"Nein."
SPIEGEL online (stark komprimiert*):
"Oh, doch!"
* etwas ausführlicher:
Im streng vertraulichen Gutachten zur Börsenfähigkeit der Bahn wurde demnach durchgerechnet, was der Abbau von 14.000 Kilometern (von insgesamt 34.000) Schiene bringen würde. Erinnert einen irgendwie an alte Zeiten...
Samstag, 22. September 2007
a wie angst oder atomwaffe
Was, frage ich mich immer häufiger, passiert da eigentlich im Bundesinnenministerium? Können die womöglich einfach nicht anders? Erst verliert Otto Schily die sicherheitstechnische Bodenhaftung (auch schon vor dem Ministeramt mit erstaunlichem Werdegang) und jetzt auch Wolfgang Schäuble - und zwar in einem atemberaubenden Tempo.
Während Schily sieben Ministerjahre brauchte, bis er mit der verfassungswidrigen Dienstanweisung für verdeckte Online-Durchsuchungen (inzwischen Schäubles Lieblingsprojekt!) sein Meisterstück ablieferte (nach diversen Übergriffen, unter anderem in die persönliche und die Freiheit der Presse), startet Schäuble nach weniger als zwei Jahren so richtig durch.
Erst warnt er vor Terroranschlägen mit nuklearem Material, bringt die B***-Zeitung damit auf Hochtouren und versetzt alle anderen in Angst und Schrecken, um neue Sicherheitsmaßnahmen mit der allmählich schon als traditionell zu bezeichnendenHomeland-Security-/Kriegs- Verteidigungs-/Innenminister-Taktik vorzubereiten. Dann schlägt er, vielleicht selbst verschreckt von dem, was da aus seinem Munde erklang, milde Töne an:
"Es hat keinen Zweck, wenn wir uns die verbleibende Zeit auch noch verderben."
Soll man da lachen oder weinen? Wenn´s nach ihm ginge, wohl eher lachen - so lange man noch kann.
Während Schily sieben Ministerjahre brauchte, bis er mit der verfassungswidrigen Dienstanweisung für verdeckte Online-Durchsuchungen (inzwischen Schäubles Lieblingsprojekt!) sein Meisterstück ablieferte (nach diversen Übergriffen, unter anderem in die persönliche und die Freiheit der Presse), startet Schäuble nach weniger als zwei Jahren so richtig durch.Erst warnt er vor Terroranschlägen mit nuklearem Material, bringt die B***-Zeitung damit auf Hochtouren und versetzt alle anderen in Angst und Schrecken, um neue Sicherheitsmaßnahmen mit der allmählich schon als traditionell zu bezeichnenden
"Es hat keinen Zweck, wenn wir uns die verbleibende Zeit auch noch verderben."
Soll man da lachen oder weinen? Wenn´s nach ihm ginge, wohl eher lachen - so lange man noch kann.
Freitag, 21. September 2007
bitterböser bahnboss
Der Widerstand gegen den Ausverkauf der Bahn wächst und Bahnchef Mehdorn scheint allmählich Angst und Bange zu werden. Aber klein beigeben ist nicht - statt dessen wird ausgeteilt.
Es gibt seiner Meinung nach viele Leute, die sich "die große Lust der Deutschen nach staatlicher Versorgung" zunutze machen. Bezugnehmend auf die vielen Meldungen zu steigenden Preisen (auch Inflation genannt) legt er nach: "Weil jetzt die Quarkpreise in den Spar-Geschäften steigen, dürften wohl bald wieder HO-Läden aufgemacht werden."
Die Krönung des Artikels der Frankfurter Rundschau ist aber ein anderer Satz: "Ich habe noch keinen Kilometer Schiene zurückgebaut", behauptet Mehdorn. Ok, er selbst vielleicht nicht und es wäre wohl auch ein bisschen weit vom Schreibtisch im Bahn-Tower zur nächsten Gleisanlage. Aber laut ZDF hat die Bahn seit 1994 8.000 von 42.000 Kilometern Schiene still gelegt (Zahlen siehe Manuskript). 9.000 weitere könnten nach einem Börsengang folgen - ob dann auch Deine Strecke dabei ist?
Es gibt seiner Meinung nach viele Leute, die sich "die große Lust der Deutschen nach staatlicher Versorgung" zunutze machen. Bezugnehmend auf die vielen Meldungen zu steigenden Preisen (auch Inflation genannt) legt er nach: "Weil jetzt die Quarkpreise in den Spar-Geschäften steigen, dürften wohl bald wieder HO-Läden aufgemacht werden."
Die Krönung des Artikels der Frankfurter Rundschau ist aber ein anderer Satz: "Ich habe noch keinen Kilometer Schiene zurückgebaut", behauptet Mehdorn. Ok, er selbst vielleicht nicht und es wäre wohl auch ein bisschen weit vom Schreibtisch im Bahn-Tower zur nächsten Gleisanlage. Aber laut ZDF hat die Bahn seit 1994 8.000 von 42.000 Kilometern Schiene still gelegt (Zahlen siehe Manuskript). 9.000 weitere könnten nach einem Börsengang folgen - ob dann auch Deine Strecke dabei ist?
Donnerstag, 23. August 2007
achtung, lustig!
Ok, es ist gewagt angesichts von Mügeln. Aber was bleibt oftmals außer Humor?
Nach den immer häufigeren Schreckensmeldungen über giftige Importartikel aus China macht sich Dietmar Wischmeyer in seiner Satire (!) Gedanken über die gelbe Gefahr. "Wischmeyers Schwarzbuch" läuft jeden Mittwoch auf "radioeins", ist online nachhörbar und (fast immer) richtig gut!
Nach den immer häufigeren Schreckensmeldungen über giftige Importartikel aus China macht sich Dietmar Wischmeyer in seiner Satire (!) Gedanken über die gelbe Gefahr. "Wischmeyers Schwarzbuch" läuft jeden Mittwoch auf "radioeins", ist online nachhörbar und (fast immer) richtig gut!
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